"Das Glück steht von deiner Geburt an neben Dir"
Interview mit dem professionellen Handleser Werner Gießing
Vida: Herr Gießing, wenn Sie den Kern Ihrer Handlesemethode in einem Satz beschreiben müssten, wie würde dieser klingen?
Werner Gießing: In einem Satz ist es etwas schwierig, aber im kurzen Überblick lässt sich meine Methode in drei Stufen gliedern, wobei ich den Beginn systematisch – rational beschreiben würde. Im zweiten Schritt gehe ich analytisch und sehr faktisch vor, um in der letzten Stufe charakterisierend und divinatorisch deuten zu können.
Vida: Was ist typisch an Ihrer Methode und worin unterscheidet sie sich von den anderen?
Werner Gießing: Ich sehe mich im Dienst für den Menschen. Die Verpflichtung etwas mit zu geben prägt meine Arbeit sehr. Dazu nutze ich meine Fähigkeiten und die systematische Methode der Handlesekunst.
Vida: Ihre Bücher sind sozusagen „Bestseller“. Was bewegt Sie Ihr Wissen niederzuschreiben?
Werner Gießing: Ja, die Bücher gehen ganz gut (schmunzelt ein bisschen), aber Spaß bei Seite. Am Anfang kam der Verlag auf mich zu und hat mich fast schon überredet ein Buch zu schreiben. Mittlerweile leitet mich die Freude Menschen mitteilen zu können wie sie sich selbst helfen können und Ihr Leben aus eigener Kraft positiver zu gestalten.
Vida: Worin denken Sie, unterscheidet sich Ihr Buch „Erwecke die Kraft des Handlesens in dir“ von bisher veröffentlichten und älteren Werken?
Werner Gießing: Ich habe versucht in einer klaren Ausdrucksweise, lebendig und verständlich die Inhalte wiederzugeben. Für den Verzicht auf Formeln und komplizierte Zusammenhänge habe ich mich bewusst entschieden ohne Tatsachen auszulassen. Beim Schreiben des Buches leitete mich wieder der Gedanke im Dienst der Menschen zu stehen.
Vida: Kann man sagen, sie schreiben von Mensch zu Mensch?
Werner Gießing: Ja, das trifft es im Kern genau.
Vida: Wozu soll Ihr Buch die LeserInnen animieren?
Werner Gießing: Sich selbst anzuschauen, kennen zu lernen und sich selbst zu erfassen. Ich möchte die LeserInnen ermuntern zu verstehen, dass es Tatsachen außerhalb der Ratio an sich selbst gibt. Unqualifiziert wurde das Handlesen durch die Zeit als „Scharlatanerie“ und wertend als „Zigeunerlehre“ abgetan, obwohl die Kunst einige Jahrhunderte zuvor an Universitäten gelehrt wurde. Die LeserInnen finden in meinem Buch einen Anreiz sich ausführlich und unterhaltsam mit diesem seit Jahrhunderten praktizierten Thema auseinander zu setzen.
Vida: Ist die LeserIn nach Lektüre des Buches in der Lage selbst die Handlinien zu deuten?
Werner Gießing: Wer die Lektüre richtig und gewissenhaft angeht, kann sich ein Wissen über die Funktion des Handlesens aneignen. Sie können sich das in etwa wie das Machen eines Führerscheins vorstellen. Auch hier gibt es Theorie und Praxis. Mithilfe des Buches können in lockerer Art mit Freunden und Verwandten erste, unverbindliche Versuche unternommen werden. Um fundiert Hände zu deuten, bedarf es allerdings einiger Erfahrung. Meine Intention ist es nicht jeden zum Handleser zu machen, sondern ich möchte vielmehr ein Werkzeug geben um vieles über sich selber und auch über andere Menschen zu lernen und zu erfahren.
Vida: Eine Zwischenfrage, was halten Sie von Computergestützten Handlesemethoden?
Werner Gießing: Ein Computer kann grundlegende Eigenschaften der Hand nicht erfassen. Weder die Konsistenz, die Temperatur, die Biegsamkeit, die Farbe noch die Energien einer Hand. Ein Computer hat für mich mit fundiertem Handlesen nur wenig zu tun.
Vida: Welche Bereiche des Lebens sollten Ihrer Meinung nach unbedingt gedeutet werden?
Werner Gießing: Hier ist vor allem das Thema Gesundheit zu nennen. Der Aspekt von genetischer Disposition und Diagnostik im Sinne von Krankheiten, die sich anbahnen könnten macht es möglich im Idealfall frühzeitig die Weichen zu stellen, und so der Krankheit komplett aus dem Weg zu gehen. Aber auch der Lebensweg und die emotionalen Bindungen haben hohe Bedeutung.
Vida: Welche Worte möchten Sie den VIDA LeserInnen auf den Weg geben?
Werner Gießing: Oft sage ich meinen Klienten: Das Glück steht von deiner Geburt an neben dir – lass los und lass es endlich zu! In diesem Sinn möchte ich den VIDA Leserinnen ihr vorgezeichnetes Glück wünschen und sie auffordern, wenn sie ein zur Hälfte gefülltes Glas sehen es nicht als halb leer, sondern als halb voll zu betrachten. Das ändert zwar nichts am „Istzustand“, jedoch eine Menge für die Zukunft.
Vida: Wir bedanken uns für das interessante Gespräch!
